Lesetipps und Leseflops
Ein sehr subjektives Sammelsurium von in letzter Zeit gelesenen Büchern. Literarisches, Unterhaltsames, Spannendes und manchmal Langweiliges, sehr subjektiv beurteilt und der Gerechtigkeit halber alphabetisch sortiert!
- Unputdownable: Das ist Englisch und heisst, man kann's nicht aus der Hand legen.
- LVA: Lesevorgang abgebrochen. Ich finde, das Leben ist zu kurz, um Bücher zu Ende zu lesen, durch die man sich quälen muss.
- DQ: Wenn man sich trotz allem durchgequält hat.
Friedrich Ani:
Süden
Ist das überhaupt ein Krimi? Ohne Leiche? Ohne Verbrechen? Süden ist der Name des Protagonisten Tabor Süden. Der war früher Polizist auf der Vermisstenstelle in München. Jetzt kehrt er als privater Ermittler zurück. Er sucht einen verschwundenen Wirt, und gleichzeitig seinen Vater. Dieses Buch ist wunderbar erzählt, in langsamem Tempo und mit einem sehr melancholischen Unterton. Süden treibt durch München, trifft die unterschiedlichsten Menschen, trinkt sehr viel Bier und erinnert sich immer wieder schmerzhaft an seinen Vater, der die Familie verlassen hat, als Süden ein Kind war. Am Ende findet Süden beide… Unputdownable
Kristin Marja Baldursdóttir:
Die Eismalerin
Im Mittelpunkt dieses Romans steht Karitas, die jüngste Tochter der verwitweten Steinunn Olafsdóttir. Die Namen verraten es schon, dieser Roman spielt in Island, am Anfang des 20. Jahrhunderts. Baldursdóttir zeichnet ein faszinierendes Bild einer fremden Welt, in der die Sommer kurz, der Winter hart, der Fischfang alles und die schönen Künste gar nichts sind: Karitas will Malerin werden, findet eine Mäzenin, die ihr eine Ausbildung in Kopenhagen finanziert, aber dann kommt die Liebe dazwischen und ein nicht geplantes Kind. Die Beziehung von Karitas und Sigmar ist so stürmisch wie die isländische See, und Karitas' Weg als Malerin ist alles andere als geradlinig, aber genau das macht diesen Roman so fesselnd und atmosphärisch dicht. Unputdownable
Alan Bennett:
Die souveräne Leserin/The Uncommon Reader
Die Story ist simpel: Die Queen entdeckt hinter ihrem Palast einen Bücherbus und schlittert in das größte Abenteuer ihres Lebens: das Lesen! Das wirkt sich sogar auf ihre repräsentativen Pflichten aus… Ein kleines, feines, wunderbares, sehr englisches Büchlein mit sehr englischem Humor über die Macht der Bücher. Unputdownable
Irene Dische:
Clarissas empfindsame Reise
Schon "Großmama packt aus" hat mich absolut begeistert. Disches neuer Roman "Clarissas empfindsame Reise" reicht daran vielleicht nicht ganz heran, ist aber trotzdem ein großartiges Buch, eine Art Roadmovie: Clarissa reist aus Liebeskummer durch die USA, ihr Ziel ist New York. Auf ihren vielen (Um)Wegen begegnet sie lauter seltsamen (oder ganz normalen?) Männern. Sehr lakonisch, sehr knapp, sehr unbarmherzig. Unputdownable
Max Frisch:
Homo faber
Zum hundertsten Geburtstag wiedergelesen. Ein Buch, das mich seit vielen Jahren begleitet und immer wieder begeistert. Frischs Sprachstil, kurz, prägnant, großartig. Und zeitlos! Zitat gefällig? Manie des Technikers, die Schöpfung nutzbar zu machen, weil er sie als Partner nicht aushält, nichts mit ihr anfangen kann; Technik als Kniff, die Welt als Widerstand aus der Welt zu schaffen, beispielsweise durch Tempo zu verdünnen, damit wir sie nicht erleben müssen. Hallo, Stuttgart-21-Bauer, seid ihr noch da? Unputdownable
Wolf Haas:
Komm', süßer Tod
An Wolf Haas scheiden sich die Geister. Die einen finden seinen Sprachstil, der nahezu ohne Verben auskommt, nervig, ich find's schlicht genial. Lakonisch, makaber, bitterböse. In seiner Reihe um Privatdetektiv Brenner lässt er in diesem Buch den Brenner als Fahrer eines Rettungswagens über Leichen stolpern und wäre am Ende beinahe selber eine… Unputdownable
Katharina Hagena:
Der Geschmack von Apfelkernen
Iris erbt das Haus ihrer Großmutter Berta im Norddeutschen und macht sich daran, ihre Familiengeschichte zu erforschen, die vor allem eine Geschichte von Frauen ist. Allmählich kommt sie einigen gut gehüteten Familiengeheimnissen auf die Spur. Eine leicht erzählter Roman, der einen in den Bann zieht, und gleichzeitig eine zarte, komische Liebesgeschichte. Manchmal beschleicht einen allerdings das Gefühl, die Autorin hat sich ein bisschen zu offensichtlich die Familiensagas des lateinamerikanischen "Magischen Realismus" zum Vorbild genommen.
Tony Hawks:
Mit dem Piano in die Pyrenäen. Wie ich lernte, unter lauter Franzosen zu leben
Der Engländer Tony Hawks reiste vor einigen Jahren die irische Küstenlinie mit einem Kühlschrank ab, weil er eine Wette verloren hatte, und machte daraus das wirklich lustige Buch "Mit dem Kühlschrank durch Irland". Leider hat man bei seiner wieder autobiographischen Frankreich-Erzählung permanent das Gefühl, Hawks suchte dringend einen Aufhänger und wollte vielleicht an den Erfolg von Peter Mayles Südfrankreich-Geschichten anknüpfen. Zusammenfassung: Er kauft sich ein Haus in den Pyrenäen, trifft lustige Franzosen, die nicht ganz kompatibel sind mit englischer Mentalität, und sucht die Liebe seines Lebens. Ganz nett, aber es haut einen nicht grad vom Sofa.
Karin Kersten:
Hohe Tannen
"Roman für Freunde" hat die Autorin ihren Roman im Untertitel genannt. Eine Gruppe Jugendfreunde trifft in einem Alter "wo es auf der Kippe steht, ob sie noch einmal wild werden oder sich bescheiden" im fiktiven Harzörtchen Hohe Tannen wieder aufeinander. Einige von ihnen sind nie weggegangen, andere kehren zurück. Aus dieser unspektakulären Ausgangssituation – und allzuviel wird auch nicht passieren in diesem Buch, außer dass es um Freundschaft, Liebe, Sinn und Tod, um Heimat und Zuhausesein geht – macht Karin Kersten eine Geschichte, die so wunderbar, so leicht und gleichzeitig so klug daherkommt, dass man, kaum hat man die letzte Seite gelesen, sofort nach „Hohe Tannen“ fahren will, um Zicki Backla, den Wenner, Arno, Hedel, Lilo, Malte, Erni und den Einsiedler Marcel kennen zu lernen… Unputdownable
Sophie Kinsella:
Remember me/Kennen wir uns nicht?
Also ich habe wirklich nichts gegen Kitsch. GUTEN Kitsch. Kitsch mit Humor, gern auch ein bisschen frivol, wie ihn beispielsweise Susan Elizabeth Phillips oder Janet Evanovich am laufenden Buchmeter produzieren. Und die Ausgangsidee - ganz normales nettes englisches Mädel wacht nach einem Unfall mit einer Gedächtnislücke von mehreren Jahren auf und ist plötzlich nicht nur reich und hat einen supertollen Typen, sondern auch gar nicht mehr nett - ist ja noch halbwegs originell. Aber was Kinsella daraus macht, ist sowas von unsäglich und vor allem: absolut humorfrei, dass frau sich schon fragt, wie das zum Millionenseller wird. Ein gnadenloses product placement für Gucci & Co. Aber vielleicht auch kein Wunder bei einer Autorin, die sich für die englische Ausgabe in einem Marienkäferkleid ablichten lässt? DQ
Katja Lange-Müller:
Böse Schafe
Mir hat's nicht gefallen, auch wenn das Buch very Berlin und voller very fertiger Helden ist. LVA und zu Oxfam getragen.
Astrid Lindgren:
Ferien auf Saltkrokan
Dieses Buch ist mein Lieblingsbuch. Ich lese es, seit ich denken kann, immer wieder. Ach, wie gerne wäre man auch auf Saltkrokan, dem Sehnsuchtsort in den Stockholmer Schären, im Schreinerhaus, bei Melcher und Malin. Würde Tjorven kennenlernen und ihren Nödelhund Bootsmann. Würde auf einem Felsen liegen, mit dem Ruderboot hinausfahren und in der Mittsommernacht tanzen. Würde mitleiden und mitzittern und mitlachen, denn Astrid Lindgren war nicht nur eine Freundin der Erwachsenen, Kinder und Tiere, sie hatte auch einen absolut fabelhaften, oft übersehenen Humor. Und weil Familie Melcherson am Ende des Buchs das Schreinerhaus kaufen kann, verbringen sie sicher immer noch ihre Ferien auf Saltkrokan. Eines Tages, ja, da werde ich sie besuchen. Unputdownable
Christine Lehmann:
Mit Teufelsg'walt
Meist gerät das Jugendamt in die Schlagzeilen, wenn vernachlässigte Kinder sterben. Aber gibt es auch den umgekehrten Fall - dass Kinder ohne wirklichen Grund vom Jugendamt aus ihrer Familie gerissen werden? Eines heiklen Themas hat sich Christine Lehmann da angenommen. Zum achten Mal lässt sie die Journalistin Lisa Nerz in Stuttgart ermitteln, ihre äußerst komplexe, von Selbst- und Identitätszweifeln geplagte Figur ("Weder mein Sortiment von Herrenanzügen, Krawatten und Hemden noch meine Accessoires aggressiver Weiblichkeit wie Lackstiefel, Netzstrümpfe oder Minirock würden heute irgendetwas beitragen können zur Definition von Lisa Nerz. Aber ohne Definition konnte ich nicht auf die Straße."). So komplex wie sie selbst ist auch die Welt, in der sich Lisa Nerz bewegt. Eine Familienrichterin wird ermordet aufgefunden. Die Ermittlungen führen zu privaten Tragödien, zu vielen Opfern und vielen Tätern, zu Erpressung und Korruption, bis zur überraschenden und extrem beklemmenden Auflösung. Letztlich geht es in diesem Roman um die zunehmende Unfähigkeit einer Gesellschaft, so miteinander umzugehen, dass niemand zu Schaden kommt. Pessimistisch, aufrüttelnd, unsentimental, bis auf die etwas zu oft beschriebene Begeisterung von Staatsanwalt Weber für ein Findelbaby.
Alexander McCall Smith:
Die verschmähten Schriften des Professors von Igelfeld
Alexander McCall Smith? Nie gehört? Der in Simbabwe aufgewachsene Professor an der Universität Edinburgh wurde vor ein paar Jahren in Großbritannien mit seiner "No 1 Ladies Detective Agency", zu deutsch "Ein Krokodil für Mma Ramotswe" berühmt. Mit der schwarzen Detektivin Mma Ramotswe, die in Botswana auf unkonventionelle Weise ungewöhnliche Fälle löst, schuf McCall Smith eine äußerst sympathische und originelle Figur. Aktuell ist der Autor in unseren Buchläden mit einer Sammlung von Geschichten präsent, in deren Mittelpunkt der Regensburger Professor von Igelfeld steht, der ein bahnbrechendes Werk über "Unregelmäßige portugiesische Verben" geschrieben hat, das sich leider nicht wirklich gut verkauft. Sie ahnen es schon: Gnadenlos nimmt der Schotte den deutschen (oder weltweiten?) Wissenschaftsbetrieb auf die Schippe, die Eitelkeiten, Konkurrenzkämpfe, Vortragsreisen und Kongresse, aber er tut dies auf so wunderbar leichte und ironische Weise, dass man aus dem Lachen kaum herauskommt. Sein tollpatschiger Held stolpert überdies in Papstaudienzen oder Guerilla-Überfälle. Man muss den Unibetrieb nicht von innen kennen, um an diesem Buch viel Spaß zu haben, zumal es grandios übersetzt ist. Unputdownable
Haruki Murakami:
Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede
Der japanische Bestsellerautor Haruki Murakami war ein spätberufener Autor und ein spätberufener Läufer. Dass beides viele Gemeinsamkeiten aufweist, beweist er mit diesem sehr persönlichen Büchlein. Sehr unterhaltsam und selbstironisch schreibt er über Disziplin, Durchhaltevermögen, Versagen und Ziele im Leben. Wer schon immer einmal wissen wollte, wie sich ein 100-Kilometer-Lauf anfühlt, erfährt es hier. Für alle, die in ihrer Freizeit gerne laufen, ein Buch, das viel Spaß macht und sich auch nach einem langen Lauf durch Stuttgarts Wälder noch gut wegliest. Die Fotos in der Mitte dagegen ("Aschenbahn an der Tufts University") sind so seltsam, dass sie eher komisch wirken. Nichts für Laufmuffel
Leonardo Padura:
Das Havanna-Quartett
Sie fahren nach Kuba in Urlaub? Dann aber bitte nicht ohne mindestens eines der Bücher von Leonardo Padura im Gepäck! Im Mittelpunkt der vier Romane des Havanna-Quartetts steht Teniente Mario Conde. Der ermittelt in den vier Jahreszeiten: "Ein perfektes Leben", spielt im Winter, "Handel der Gefühle" im Frühling, "Labyrinth der Masken" im Sommer und "Das Meer der Illusionen" im Herbst. Gemeinsam ist allen vier Romanen eine melancholische, pessimistische Grundstimmung. Mario Conde säuft, arbeitet sich am Sozialismus ab, verliebt sich (natürlich unglücklich), und hat meistens nicht viel zu essen, es sei denn, er ist bei seinem besten Freund eingeladen, dem "dünnen Carlos", der in Wirklichkeit gar nicht dünn ist und im Rollstuhl sitzt. Natürlich löst Mario Conde trotzdem seine Fälle, schließlich ist er ein hervorragender Polizist und Teil des Systems, mit dem er gleichzeitig hadert. Leonardo Padura zeichnet ein meisterhaftes Bild von Kuba, das Bild einer Gesellschaft, die in ihrem tiefsten Innern korrupt und zerrissen ist und an ihre eigenen Ideale schon längst nicht mehr glaubt. Manchmal schrammt er hart am Kitsch vorbei, aber das nehmen wir gerne in Kauf.
Mercè Rodoreda:
Auf der Plaça del Diamant
Leider hat es dieser fabelhafte Roman, der bereits 1962 erschienen ist, nicht so recht ins deutsche Lesegut geschafft. Mercè Rodoreda gilt als eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen der modernen katalanischen Literatur. 1909 geboren, ging sie während des Franco-Regimes ins Exil und schrieb dort, nachdem sie sich zwanzig Jahre lang in Schweigen gehüllt hatte, diesen bewegenden Roman über den spanischen Bürgerkrieg. Colometa, eine einfache Frau, heiratet den brutalen Quimet und bekommt zwei Kinder. Quimet geht in den Widerstand und stirbt im Bürgerkrieg. Nun muss Colometa ihre Kinder alleine durchbringen. Erst spät findet sie ein bescheidenes Glück in der Ehe mit Antoni.
Dieser Roman ist keine einfache Kost. Er ist stellenweise sehr traurig und man ist entsetzt über das unglaubliche Leid, das die Bevölkerung Barcelonas im Bürgerkrieg ertragen musste. Gleichzeitig zeichnet Rodoreda das faszinierende Portrait einer Frau, die nicht aufgibt, und bedient sich einer zutiefst poetischen Sprache. Für alle, die nach Barcelona reisen, eine etwas andere Reiselektüre. Unputdownable
Heinrich Steinfest:
Die feine Nase der Lilli Steinbeck
Dieser Krimi ist James-Bond in Buchform, und nicht, dass ich so ein großer Fan von 007 wäre, aber diese Geschichte und ihre schrägen Figuren ist einfach wunderbar durchgeknallt und vor allem: ganz großartig erzählt! Steinfests sprachliche Assoziationen und Vergleiche sind schlicht genial. Unputdownable
Heinrich Steinfest:
Wo die Löwen weinen
Als bekennende Steinfest-Fanin habe ich den Stuttgart-21-Krimi natürlich verschlungen. Spannend, skurril, sprachlich ein Fest. Ein Steinfest. Und auch wunderbar selbstironisch, wie Steinfest, selbst fleißiger Demo-Gänger, die Stuttgart-21-Gegner charakterisiert: Nirgends auf der Welt hatten die Menschen derart viel Ahnung von Bahnhofsarchitektur, Gleiswesen, Fragen der Statik und Tektonik, der Finanzmathematik und Steuerkalkulation, der Luftbelastung im Zuge städtischer Verbaustellung und was da sonst noch dazugehörte. Unputdownable
Vikas Swarup:
Six suspects/Immer wieder Gandhi
Der Autor von "Slumdog millionaire" hat einen Krimi vorgelegt, der ein bisschen wie Agatha Christie funktioniert: der korrupte Sohn eines Spitzenpolitikers wird auf einer Party erschossen. Sechs Menschen werden festgenommen. Diese Menschen könnten unterschiedlicher nicht sein, aber sie haben eines gemeinsam: Sie alle haben eine Waffe, und sie alle haben ein Motiv. Nach und nach werden die Lebensgeschichten der sechs Personen aufgerollt, die teilweise auch miteinander verwoben sind. Dabei entsteht ein buntschillerndes Mosaik des heutigen Indien, faszinierend, atemberaubend, brutal und spannend bis zur letzten Seite...(leider noch nicht auf Deutsch) Superspannend
Nilgün Tasman:
Ich träume deutsch und wache türkisch auf
Die wunderbare Geschichte der kleinen Nilgün, die als "typisches" Gastarbeiterkind in Göppingen aufwächst. Niemand scheint zu begreifen, dass Nilgün nur einen Wunsch hat: in beiden Welten zu Hause zu sein, in der türkischen und in der deutschen. Überall stösst sie auf Unverständnis, aber Nilgün lässt sich nicht kleinkriegen... Ein sehr anrührendes Buch, das einen abwechselnd zum Lachen und zum Weinen bringt. Unputdownable
Ulrike Ulrich:
Fern bleiben
Dies ist ein ganz wunderbares Buch nicht nur für Zugfans, aber ganz besonders für diese. Lo hat Geld gewonnen, ihren Job gekündigt und geht auf Reisen. Eigentlich will sie nach Rom, aber als sie aus dem Zug steigt, ändert sie plötzlich ihre Meinung und steigt in den nächsten Zug. Und nun fährt sie also, quer durch Europa, schläft in überfüllten Liegewagenabteilen, ißt in schlechten Speisewagen, trifft die unterschiedlichsten Menschen und denkt über sich und ihr Leben nach. Sie steigt auch aus, ab und zu, aber sie besichtigt nicht, sie lässt sich treiben. Hier ist der Weg das Ziel, die Städte sind Bahnhöfe, die die Richtung ändern, mal nach Süden, mal nach Norden, bis Lo dann doch ungewollt in Wien hängenbleibt, aber mehr soll hier nicht verraten werden, außer, dass Ulrike Ulrich noch so wunderbare Wörter wie "Lesezirkeltraining" erfindet. Unputdownable
Juli Zeh:
Adler und Engel
Ein Buch, das mich ratlos macht. Ein verstörendes Buch, von dem ich noch nicht weiss, ob ich es zu Ende lesen werde und ob es mir gefällt oder nicht.
