Brezeltango-Übersetzung aus dem Schwäbischen

Seite 8

"Sie, Frau Praetorius! Was ist denn das schon wieder für ein Krach! Ein ganzes Mietshaus tyrannisieren!"
(…)
"Keine Rücksicht auf uns alte Leute!"
(…)
"Unverschämt! Zu unserer Zeit hätte es das nicht gegeben! Können Sie Ihre Kinder nicht erziehen? Und die Kehrwoche ordentlich machen?"

Seite 14

"Also um Viertel vor elf ist der Morgen schon fast vorbei. Und in Ordnung ist gar nichts, Frau Praetorius", keuchte Herr Tellerle. "Manche Leute kapieren einfach nicht, dass man Papier zusammenfalten muss, damit es in die Tonne passt. Und ein Päckchen muss man eben auseinandermachen, in Gottes Namen, dann geht auch mehr in die Tonne hinein. Das ist doch nicht zu viel verlangt, oder?"
(…)
"Ich mache weiter, auch wenn mir schon die Beine wehtun. Es ist noch nicht genug Platz in der Tonne."

Seite 29

"Das ist aber mal ein niedliches Kind!"

Seite 30

"Sind Sie neu zugezogen? Ich habe Sie noch gar nie gesehen. Was ist es denn, ein Mädchen oder ein Junge?"
(…)
"Wissen Sie, mein Mann hätte gerne einen Jungen bekommen", flüsterte ich. "Er muss sich erst noch daran gewöhnen."
(…)
"Einen Stammhalter", flüsterte sie zurück. "Sie sind ja noch jung. Das kann ja noch kommen." Sie beugte sich wieder über das Kind. "Du bist ein ganz süßes Ding!"
Das Kind begann zu brüllen. Blitzschnell packte die Alte das Baby. "Soll ich Ihnen mal etwas verraten? Man muss ein kleines Kind mit dem Kopf nach unten in die Armbeuge halten, dann schreit es nicht. Das habe ich bei meinen fünf auch immer gemacht."
(…)
"Die Kleine hat einen Stinker gemacht. Die gehört gewickelt!"

Seite 31

"Sie müssen sicher Kurzarbeit machen", sagte die Frau mit zitternder Stimme. "Sonst würden Sie um diese Zeit ja arbeiten, so als Mann. Das ist schlimm, das ist sehr schlimm für so eine junge Familie. Sind Sie beim Daimler und sitzen deshalb vor der Daimler-Gedenkstätte?" Plötzlich fiel ihr Blick auf den Hightech-Wagen. "Aber Sie haben doch ihre Windeltasche dabei", rief sie aus…

Seite 52

"Sag mal, Line, was redest du denn da für einen Mist?"

Seite 74

"Und dann sehe ich da eine junge Frau und ich dachte, ich sehe nicht recht. Mit einem Eimer in der Hand, der war schon halb voll. Und dann hab' ich gesagt, sagen Sie mal, zu wem gehören Sie denn? Das ist mir ja in dreißig Jahren noch nicht passiert, dass jemand meine Johannisbeeren erntet! Und dann hat sie noch eine große Klappe gehabt, der Johannisbeerbusch würde zum Garten ihrer Patentante gehören, und nicht zu meinem…"
(…)
"Entschuldigung."
(…)
"Ziehen Sie mal Ihren Badeanzug hoch. Ihre eine Brust hängt 'raus."

Seite 79

"Das glaube ich Ihnen nicht! Wo ist der Bademeister? Holen Sie sofort den Bademeister!"
(…)
"Die Frau da hat unter meine Kabine geglotzt! Und das im Leuze! Da hört sich doch alles auf! Dabei bin ich Stammgast!"
(…)
"Und wo ist er, der Freund?", tobte die Frau. "Das ist doch gelogen!"

Seite 80

"Die Frau ist eine Spannerin!" keifte die Behaarte.
"Jetzt mal langsam und von vorne", sagte der Bademeister.
(…)
"Dann schauen wir uns einfach Ihre Sandalen an", schlug der Bademeister an Leon gewandt vor.
(…)
"Dann ist der Fall ja gelöst", sagte der Bademeister. "Ist mir auch lieber. Und Sie haben sich ja entschuldigt, oder?"

Seite 84

"Das macht nichts, wenn Sie mir einen großen Schein geben und nichts zurückwollen"

Seite 89

"Ich glaube nicht, dass die Wiese nass ist, ganz ehrlich"

Seite 97

"Hallo, ich bin Tanja. Schön, dass es geklappt hat. Bei dem tollen Wetter!"

Seite 98

"Aber Martin, hast du den beiden noch nichts zum Trinken angeboten?" Sie seufzte. "So sind die Männer eben."
(…)
"Und du, Line? Radler, Apfelsaftschorle, selbstgemachter Holunderblütensirup, Wein, rot, rosé oder weiß? Oder erst einmal ein Gläschen Sekt zur Begrüßung? Oder einen Campari?"
(…)
"Die nehmt ihr schön wieder mit", sagte Tanja. "Wir haben Schweinebauch, Holzfällersteaks, Koteletts, Chicken Wings und Thüringer Würste. Es gibt auch Schafskäse, Gemüsespieße, Maiskolben und Kartoffeln. Wir waren uns nicht sicher, ob du Fleisch isst."

Seite 99:

"Schaut ihr euch die Bodenbeläge an, wir Frauen gehen jetzt in die Küche." (…)
"Meine Mutter hat mich so lange am Telefon aufgehalten, da bin ich nicht ganz fertig geworden. Außerdem können wir uns dort in Ruhe unterhalten."
(…)
"Danke. Hofmeister Bietigheim-Bissingen. Wenn es dir nichts ausmacht, könntest du die Salatsoße machen. Dort ist alles drin. Wenn etwas fehlt, gib' Bescheid. Ich mache solange den Nachtisch fertig."

Seite 100

"Mach' es so, wie du es für richtig hältst. Wir sind nicht wählerisch und probieren auch gerne mal die Salatsoße von jemand anderem. Brauchst du einen Schüttelbecher?" (…)
"Leon hat einmal nach einem Fußballspiel mit unseren beiden gespielt. Das wird bestimmt einmal ein super Vater. Habt ihr schon darüber gesprochen?"
(…)
"Na ja, das hängt vom Alter ab. Du bist doch sicher schon über dreißig. Meine Frauenärztin hat gesagt, dass es da schon nicht mehr so schnell geht. Und mit fünfunddreißig bist du ruckzuck eine Problemschwangerschaft! Ich habe die Zwillinge mit achtzehn bekommen, zwei auf einmal, das war natürlich ein Haufen Arbeit, aber auch praktisch, gleich ein Pärchen, dann war es erledigt."

Seite 101

"Wir haben auf Schloss Solitude geheiratet. Es war natürlich schon sehr teuer, aber Leon verdient ja nicht schlecht. Und sein Vater bezahlt euch sicher die Hochzeit. Dort oben auf den Treppen kannst du nunmal die besten Fotos machen. Und so herrlich im Restaurant tanzen. Für den Hochzeitswalzer ist Leons kleiner Bauch gar nicht schlecht. Auf dem kannst du dich in dem langen Kleid geschickt abrollen. Und was wir alles bekommen haben! Nicht nur so das Übliche, wie beispielsweise ein dreißigteiliges Kaffee- und Tafelset. Nein, auch einen Gurkensternchen-Stecher, eine Silberzwiebelzange, eine Ausstechform, die Hasenohren aussticht, die man dann an die Kaffeetasse hängen kann, und eine sprechende Personenwaage, die Deutsch und Englisch kann!"

Seite 102

"Die sind sicher an der Playstation unserer Zwillinge. Kaum sind die Kleinen mal nicht da… da muss ich Dampf 'reinlassen. Sonst kriegen wir heute nichts mehr zum Essen!"

Seite 103

"Super. Jetzt kann's auch losgehen."

Seite 104

"Das kannst du nicht mal mehr unseren Karnickeln geben. Macht nichts. Es ist ja genug zum Essen da"

Seite 107

"Butterdose und Zuckerdose, Tortenplatte, Etagere,
Milchaufschäumer mit Ständer, wenn das bloß schon alles wär!
Auflaufform und Muffinform, Vierkantreibe, Vesperbrett,
Kurzzeitwecker zum Checken und ein Tisch-Kehrbesen-Set.

Pizzateller, Pastateller, Dosenöffner, Sicomat,
Essigsprüher für's Dressing, der Salat ist gleich parat.
Pendelschäler, Kiwischäler, Teeservice "Superior",
Nachtischschüsselchen zum Abschluss, und jetzt singen wir im Chor:

Alles Gute für deinen Haushalt, ohne uns kommst du nicht weit,
alles Gute für deinen Haushalt, wir sind deine Helfersleut.

Wenn wir irgendwann nicht mehr schön sind, das ist alles kein Problem,
neue Pfannen gibt's für alte mit dem Pfannentauschsystem,
und deinen Mann kannst du auch noch bringen, wenn er dir einmal nicht mehr gefällt, für zehn Euro kriegst du einen neuen, auch so ein Mann wird eben mal alt.

Seite 112

"Ich habe dich gar nicht gesehen, beim Gustav."
"Ich konnte nicht, ich musste zum Arzt. Waren viele Leute da?"
"Sehr viele. Beim Kondolieren auf dem Heslacher Friedhof bin ich fast eine halbe Stunde angestanden. Und es war so ein schöner Leichenschmaus."
"Ich habe es mir notiert, weil ich so ein Heft habe für den Fall, dass jemand stirbt. Im Alter vergisst man eben einfach so schnell. Ein Heft für Verwandte und ein Heft für Bekannte. Wenn man da nach einiger Zeit drin herumblättert und nachguckt, wer gestorben ist, das ist einfach so interessant! Jetzt ist der Otto angeschlagen."
"Ich hab's gesehen. Ich wäre heute auch in die Kirche gegangen, aber dieser neumodische Pfarrer…"

Seite 114

"Klaus-Peter, du kommst sofort hierher!"
(…)
"Der tut nichts! Der will bloß spielen"
(…)
"Das hat der noch nie gemacht, ich schwöre es Ihnen! Wir gehen jeden Samstag auf den Übungsplatz! Aber Sie hätten auch nicht wegrennen dürfen! Dann ist es klar, er meint dann, Sie wären eine Wildsau!"

Seite 115

"Sich nicht stressen lassen! Das riecht der! Sie hätten stehen bleiben müssen und so tun, als ob Sie am Boden schnüffeln, ist doch klar!"
(…)
"Haben Sie sich weggetan?"
(…)
"Mein Tyson würde so etwas nie machen"
(…)
"Das ist jetzt dumm gelaufen, weil ich den Hund erst gestern Abend mit Fichtennadel-Schaumbad gebadet habe, aber er hat sich eben vorher gewälzt."
(…)
"Du musst der Frau eine Entschädigung geben", sagte der Mann mit dem Mops.
"Aber sie hat doch nicht aufgepasst!"
"Wenn du meine Frau wärst! Ich würde dir was erzählen!"

Seite 116

"Das ist nicht meine Frau", sagte er, an mich gewandt. "Ihr Mann ist tot. Das war der Klaus-Peter. Jetzt heißt eben der Hund so."
"Ich habe kein Geld dabei", sagte die Frau. "Wenn Sie mir Ihre Adresse geben… ich habe aber auch nichts zum Schreiben dabei…"
(…)
"Bitteschön. Kaufen Sie sich ein neues T-Shirt. Der Hose ist ja nichts passiert. Und das Geld bekomme ich im Übrigen wieder", sagte er an die Frau und Klaus-Peter gewandt.
(…)
"Zwanzig Euro! Da hätte es doch auch ein bisschen weniger für die Reinigung getan!"

Seite 123

"Mädchen, kannst du dich nicht mit vollem Namen melden, so wie andere Leute auch?"
(…)
"Du weißt doch, wer ich bin! Ich wollte bloß fragen, wann du nächste Woche kommen möchtest."

Seite 129

"Als Kind hast du auch immer so ausgesehen. Und, ist alles in Ordnung mit euch jungen Leuten? Oder muss ich mir Sorgen machen, weil Leon ohne dich in den Urlaub fährt?"

Seite 130

"Dann ist es recht. Den Kerl darfst du nicht mehr entkommen lassen. Den solltest du so bald wie möglich heiraten. Ich würde auch für euch backen."
(…)
"Ich weiß schon, was du meinst. Aber komm' du erst einmal in mein Alter. Da hast du es nicht mehr so eilig. Da musst du zuallererst überlegen, wo du feiern möchtest. Und welcher Pfarrer den Gottesdienst halten soll. Nicht, dass am Ende einer beleidigt ist. Und wen man alles einladen will. Hörst du nach den Basen (Cousinen) und Vettern auf oder nicht."
(…)
"Und dann gibt es eben noch einen Grund." (…)
"Also eigentlich ist es der Karl, der warten möchte."

Seite 131

"Also, der wirkliche Grund ist der, dass der Karl die CMT abwarten möchte."
(…)
"Der Karl will auf die CMT und dort Unterlagen besorgen, für die Hochzeitsreise."
(…)
"Keine Sorge", sagte Dorle würdevoll. "Das macht der Karl schon. Dabei braucht er keine Hilfe. Aber wir müssen eben den Januar abwarten. Und dann fahren wir mit der S-Bahn hinauf auf die Filder und nehmen uns einen ganzen Tag dafür Zeit. Darauf freue ich mich schon. Und dann holen wir uns Prospekte und studieren die daheim in aller Ruhe. Und dann, wenn wir wissen, wo wir hinfahren und wann, dann können wir den Hochzeitstermin ansetzen. Der Karl würde gern nach Kanada und mit dem Wohnmobil herumfahren. Da sollte es schon warm sein, also das wird Sommer. Oder eben so etwas in diese Richtung."
(…)
"Wieso? Ich gehöre noch lange nicht zum alten Eisen, auch wenn die Leute um mich herum immer jünger werden! Erst neulich ist einer in der Straßenbahn für mich aufgestanden, dem habe ich was erzählt! Und im Stadtmuseum wollten Sie mir 50 Cent Ermäßigung geben, weil ich über 65 bin! Da hört doch alles auf! Und ob ich jetzt daheim auf meinem Herd koche oder in so einem Wohnmobil, das ist doch kein großer Unterschied!"

Seite 132

"Und wehe, du erzählst das jemandem!"
(…)
"Ich kann's nicht ändern. Weißt du, wichtig ist in meinem Alter, dass wenn du abends deine Arbeit gemacht hast und auf deiner Bank sitzt, jemand neben dir sitzt zum Reden. Das hat mir schon gefehlt, all die Jahre."

Seite 133

"Vorletzten Sonntag, nach der Kirche, sind wir auf die Reutlinger Alb gefahren. Und mitten auf der Wacholderheide stand eine Bank. Und da haben wir uns hingesetzt, der Karl und ich, und der Karl hat seinen Arm um mich gelegt und wir haben einträchtig über unser Land geblickt, das der Herrgott so schön gemacht hat. Und man hat die Schafe gehört. Und wir haben uns angeschaut und mussten gar nichts reden. Das war so schön."
(…)
"Geh' nicht ohne-was-in-der-Hand-zu-tragen in die Küche und komm' nicht ohne-was-in-der-Hand-zu-tragen wieder heraus"… "Ich habe noch eine Tüte für dich vorbereitet."

Seite 134

"Auf dem Telefon?"
(…)
"Du kennst die Frau", stellte Dorle sachlich fest. "Ich sag es dir, Mädchen, heirate lieber heute als morgen. Dann bist du auf der sicheren Seite."

Seite 136

"Weißt du, Lena, manchmal machen Erwachsene Dinge, die man einfach nicht versteht. Aber das heißt nicht, dass deine Mama dich nicht mehr liebt hat."

Seite 138

"Ich würde sagen, wir essen jetzt diesen Käsekuchen, nach der ganzen Heulerei"
"Ich bin auch geschieden", sagte Harald. "Für die Kinder war es schon schlimm. Aber jetzt haben sie sich daran gewöhnt. Und es ist immer noch besser als die ewige Streiterei."
(…)
"Am Anfang schon. Aber das hat nicht lange gehalten. Mir ist so eben klar geworden, dass meine Ehe am Ende ist. Wir hatten uns einfach auseinandergelebt."

Seite 139

Ich komme!

Seite 141

"Das ist doch eine Agentur, oder? Meine Ex ist auch in einer Agentur gewesen. Cool, Line! Das ist die Hauptsache!"
(…)
"Nicht verrückt! Vintage Look! Push-up drunter!"

Seite 142

"Doch! So setzt du dich ab. Von der Konkurrenz!"
(…)
"Das ist die Charlotte Roche im Fernsehen auch nicht gewesen."
(…)
"Dann hältst du eben deine Tasche davor. Und du wirst ja wohl an einem Tisch sitzen für das Interview. Jetzt fehlt noch eine Sonnenbrille und Springerstiefel dazu."
(…)
"Keine Ursache. Viel Glück."

Seite 161

"Keine Sorge. Wir gehen im Oktober für ein paar Tage nach Mallorca auf meine Finca. Da ist genug Zeit für Romantik."

Seite 163

"Ist das seine Ex?"
(…)
"Also, wenn ich mal was aus männlicher Sicht sagen darf, Exfreundinnen sind immer gefährlich. Denen geht man aus dem Weg. Egal wie lang es her ist. Wir Männer sind einfach schwach."
(…)
"Ich sag's, wie es ist."

Seite 164

"Sag' mal, glaubt ihr eigentlich, ich bin ein dummes Huhn?"
(…)
"Na, von dir und deiner Schwester! Ich bin vielleicht nicht mehr die Jüngste, aber bescheißen lasse ich mich nicht! Seit drei Tagen läuft in Gärtringen der Anrufbeantworter. Und heute Morgen habe ich endlich Katharina erwischt. Und dass die geheult hat, das habe ich gleich gemerkt, und dann tut sie so, als ob nichts wäre. Du sagst mir jetzt sofort, was los ist!"
(…)
"Mädchen, jetzt ist Schluss mit dem Theater! Sagst du es mir jetzt oder nicht?"
(…)
"Was heißt das, kennengelernt? Ich habe gestern auch eine Frau Schäufele kennengelernt, beim Metzger."

Seite 165

"Ich habe mir so was gedacht! Ich habe es mir einfach gedacht!"

Seite 166

"Ich gehe heute noch zu deiner Schwester", sagte Dorle.
(…)
"Mein liebes Kind, die Leute müssen miteinander reden! Weißt du, meine Generation, wir haben keinen Fernseher und Computer und auch kein Handy gehabt. Wir haben zusammengesessen und geredet! Ihr jungen Leute, ihr rennt immer voreinander davon! Hast du schon mit Leon gesprochen?"

Seite 224

"Ja, grüß Gott, Frau Praetorius! Lange nicht gesehen! Wie geht' denn so?"
(…)
"Nun ja, es geht, es geht. Meine Thrombose, wissen Sie. Jetzt fängt es im rechten Bein auch noch an." (…)
"Der Arzt sagt, ich sollte es so bald wie möglich operieren lassen, sonst gibt es eine Mehretagenthrombose. Da habe ich gesagt, ich wohne doch schon im vierten Stock!"

Seite 225

"Am heiligen Sonntag? Na so was, sind Sie auch krank? Raucht es deshalb aus ihren Ohren heraus? Sie, das ist aber schlimm! Sie sind doch noch so jung! Meine Lotte hat auch Thrombose. Das hat sie sich aber schon ein bisschen selber zuzuschreiben. Sie ist eben einfach zu dick. Dabei ist sie erst Mitte fünfzig. Da sollte man schon noch ein bisschen auf sich aufpassen."

Seite 239

"Da, schau, sie kommt schon wieder zu sich!"
"Sie hat sich verletzt, sie stöhnt vor Schmerzen!"
(…)
"Ich dachte, Sie ersticken, ich habe die Häkchen geöffnet, damit Sie wieder Luft bekommen", sagte sie. "Und es kommt auch gleich ein Sanitäter."

Seite 240

"Nur langsam!" rief die Frau…"Passen Sie mit den Scherben auf!"
(…)
"Haben Sie auch wirklich keinen Glassplitter abgekriegt?"
(…)
"Kein Problem", sagte die Verkäuferin fröhlich. "Wir können alles, nicht bloß Augenbrauen zupfen, auch Scherben rausoperieren!"
(…)
"Ich erwische das blöde Ding nicht"

Seite 241

"Ich kann alles, bloß kein Blut sehen", röchelte sie…
(…)
"Ist das die Frau, der man ihre Tasche geklaut hat?"
(…)
"Mit dem Fahrrad durch die Karlspassage wie eine gesengte Sau, keine Polizei, und das Bild, das sind doch auch nicht Sie"

Seite 242

"Die Frau auf dem Foto ist viel schöner! Das soll die Polizei klären"
(…)
"Schreien Sie doch nicht so"

Seite 250

"Haben Sie reserviert? Sonst müssen Sie anstehen. Wie alle anderen auch!"
(…)
"Nein, tut mir leid. Ich bräuchte einen Namen, nicht die Firma. Dann müssen Sie eben Ihren Freund auf dem Handy anrufen."

Seite 277

"Aber natürlich", sagte er. "Weißt du, ich bin auf den Tag genau 10 Jahre nach der kubanischen Revolution geboren. Das hat doch etwas zu bedeuten!"

Seite 282

"Ach, mein Mädchen. Da bin ich aber sehr froh. Weißt du, ich habe auch Hanne, Ludwine, Berta und Luise gesagt, sie sollen für dich beten - das musste ja einfach klappen!"

Seite 293

"Nein, ich muss aufpassen. Du kochst einfach zu gut. Beim Tennisturnier der Stuttgarter Zahnärzte letzten Sonntag dachte ich, ich treffe keinen Ball mehr, weil mir der Bauch im Weg ist."

Seite 294

"Hallo! Ich bin Melanie und eine Freundin von Mutter Erde. Ich habe euch allen ein T-Shirt mitgebracht. Wegen dem Gruppengefühl!" (…)
"Von dir wusste ich nichts"
(…)
Melanie warf ihr einen vernichtenden Blick zu. "Du bist doch noch ein kleines Kind! Du gehst jetzt schön ins Bett!"
(…)
"Wehe, du erzählst das deiner Mama!"
(…)
"Wer bist du überhaupt?"

Seite 295

"Vielleicht könnte ich ja bei dir mitfahren?"
(…)
"Danke, ich habe ein Auto. Wir müssen noch umladen", sagte sie.
"Ich helfe dir", sagte Harald.
(…)
"Ökologischer Kompost ohne Torf"
(…)
"Mit Gemütlichkeit allein kannst du die Welt nicht besser machen!" rief Melanie aus. "Für die Revolution musst du Opfer bringen!"

Seite 296

"Kein Petting bitte vor anderen Leuten!"

Seite 297

"Das hast du super gemacht, Melanie! Beim nächsten Mal ein bisschen mehr Schwung. Besser zielen! Das machst du prima!"
(…)
"Nein. Das ist nicht wahr. Unglaublich! Einfach super! Das muss ich gleich den anderen erzählen!" Sie klappte das Handy zu und rief: "Stellt euch vor! Greenpeace hat allen Staats- und Regierungschefs der Arktis einen riesigen Plastik-Eisbär in die Badewanne gesetzt, auf dem Asylsucher draufsteht!"

Seite 298

"Nein, ich glaub's nicht! Dieses Entenmodell hat meine erste Freundin gehabt! Dass so etwas noch eine Zulassung kriegt!" (…)
"Ziehen Sie um?", fragte er …
"Wir gehen zu einer Party", sagte Melanie. "Das ist unser Geschenk."
"Und das pflanzen Sie auch gleich ein?", sagte der Polizist (…)
"Ziemlich kalt und feucht zum offen fahren, oder?"

Seite 299

"So ein Abend auf Streife, wenn nichts passiert, ist lang"
(…)
"Nein, aber der Hanf ist illegal", sagte Melanie.
(…)
"Der Busch. Das ist Hanf. Selber gezogen. Im Bad. Das ist verboten. Die beiden haben aber wohl nicht gewusst, wie so ein Hanf-Pflänzchen aussieht. Ich habe vielleicht geschwitzt!"

Seite 300

"Nach was schaut es denn aus? Das ist ein Presslufthammer!"
(…)
"Wir bohren in der Mitte vom Marienplatz ein schönes Loch, und da pflanzen wir den Busch hinein"
(…)
"Das Presslufthämmerchen habe ich gemietet. Bei so einem Mietpark. Kostet 15 Euro am Tag."

Seite 301

"Von wegen Pseudonym!" rief Melanie. "Wie soll ich es dann von der Steuer absetzen?"
(…)
"Wir wollen schließlich ein sichtbares Zeichen setzen! Blümchen allein, das ist ja wie Blümchensex!"
(…)
"Weil ich gleichzeitig noch ein Zeichen setzen will für die Legalisierung von Marihuana!" rief Melanie. "Das kommt bestimmt in der Zeitung! Zwei Zeichen in einem, das hat man echt selten!"
"Ich weiß nicht so recht", sagte Harald. "Sachbeschädigung, das ist schon ein anderes Kaliber als ein paar Stiefmütterchen. Kannst du das Ding überhaupt bedienen?"
"Ich dachte, wozu haben wir einen Mann dabei?" rief Melanie fröhlich…
Harald ging in die Knie. "Ganz schön schwer", sagte er. "Und wo kriegst du den Strom her?"
"Das ist ein Akku-Presslufthammer! Und der ist auch besonders leise."
"Sicher auch nicht groß anders als meine Hilti", sagte Harald.
(…)
"Wenn du Schiss hast, dann kannst du ja die Blümchen einpflanzen", sagte Melanie und musterte mich von oben herab. "Wir übernehmen dann das eigentliche Risiko."

Seite 302

"Das ist nicht wahr!" rief Melanie entzückt. "Das musst du mir unbedingt erzählen!"
(…)
"Die Lampen sehen aus wie Mundspiegel", sagte Harald. "Wo willst du deinen Busch hinhaben, Melanie?"
"Genau in der Mitte vom Platz!" rief Melanie.
(…)
"Genau hier!" rief sie atemlos. "Hast du mich gefilmt, Tarik? Sonst mache ich es noch mal."
(…)
"Du gehst mit deiner Tante!"

Seite 308

"Hast du das Date wegen dem Polizisten gemacht oder wegen uns?" fragte Harald.
(…)
"Und Zahnärzte?"
(…)
"Etwas Graumeliertes", ergänzte Harald.
(…)
"Den habe ich mitgenommen", rief Harald. "Renn mal, mit zehn Kilo auf dem Arm!"

Seite 311

"Alles in Ordnung", sagte Herr Tellerle.
"Der junge Mann ist fort", platzte Frau Müller-Thurgau heraus.
(…)
"Darf ich eine rauchen?" fragte sie.

Seite 312

"Also vor ein paar Wochen hat der junge Mann bei der Kehrwoche erzählt, dass er auszieht und zu Bosch nach… wie heißt das… Wuxi geht. Das ist bei den Chinesen."
(…)
"Und gestern ist gekommen, um sich zu verabschieden."
(…)
"Und dann hat er mir ihre Adresse gegeben, falls Post kommt, zum Nachschicken."
(…)
"Und vorher ist das Taxi gekommen."
(…)
"Und dann bin ich runter zum Heiner. Weil ich einfach nicht wusste, was ich tun sollte."

Seite 313

"Es geht uns ja nichts an"
"Man will sich ja nicht einmischen"
"Es ist bloß so… der junge Mann hat in den letzten Wochen so kreuzunglücklich ausgesehen. Und dann habe ich zum Heiner gesagt, Heiner, habe ich gesagt, findest du nicht auch, vorher, als Frau Praetorius noch ins Haus gekommen ist, da hat er einfach mehr geredet und gelacht? Und Heiner hat gesagt, doch, das habe ich auch gedacht. Und dann haben wir einfach gedacht, wir sagen es Ihnen, weil vielleicht… Und Sie, wenn ich mir die Bemerkung erlauben darf, also Sie haben auch schon mal besser ausgesehen…"
(…)
"Also die ist bloß noch ein paarmal im Haus gewesen", sagte Frau Müller-Thurgau.
"Fünfmal ist sie da gewesen, aber immer nur tagsüber", sagte Herr Tellerle. "Nicht, dass man hinterherspioniert, aber man will ja schon wissen, wer sich im Haus aufhält."
"Auf jeden Fall ist das schon eine Weile her", sagte Frau Müller-Thurgau. "Und in letzter Zeit hat er keinen Frauenbesuch gehabt, soviel ist sicher. Bloß einmal eine Familie mit Zwillingen."
"Und er ist auch nicht über Nacht fortgeblieben"
(…)
"Also, das Taxi kam um halb zwölf."
"Fünf nach halb zwölf", sagte Herr Tellerle.

Seite 315

"Ich sag' dir eins, Line, ich hoffe bloß, der Kerl ist es auch wert, dass ich meine Approbation riskiere!" rief er. "Ich habe eine Wurzelbehandlung auf dem Stuhl sitzen lassen. Die Spritze ist schon gesetzt."
(…)
"Sag' mal, wie lange hast du Zeit gehabt, um dich mit dem Typen zu einigen? Muss das jetzt so eine Stressaktion werden?"

Seite 316

"Und jetzt bist du so lange daheim gesessen und hast dir über den Belag den Kopf zerbrochen? Mädchen, Mädchen! Dann hoffen wir mal, du guckst nicht auf die Pizza "Funghi", wenn es jetzt mit der Calzone noch klappt. Und wenn es nicht klappt, dann musst du dich eben mit der "Vier Jahreszeiten" zufrieden geben."

Seite 317

"Mist, mit Clogs kann man einfach nicht richtig bremsen!" sagte Harald und beschleunigte wieder. "Sag mal, Line, wo fliegt der Kerl überhaupt ab und wohin?"
(…)
"Und wie willst du ihn dann finden?"
(…)
"Ich glaube, der Stuttgarter Flughafen ist ein bisschen groß für Inspiration. Vielleicht probierst du es im Internet", sagte er. "Wir sind gleich da."
(…)
"Dann musst du eben Flug Stuttgart - Wuxi googlen", sagte Harald.
(…)
"Dann guckst du jetzt, was in der nächsten Stunde von Stuttgart abfliegt", sagte Harald.

Seite 318

"He, Sie da!"
"Das ist ja unverschämt!"
"Stellen Sie sich gefälligst hinten an, wie alle anderen auch!"

Seite 320

"Dort oben gibt's Last Minute", sagte Harald und deutete auf die bunten Reisebüros eine Ebene höher. "Da bin ich schon mal am gleichen Tag nach Fuerte geflogen. Aber das dauert zu lange."
(…)
"Wir brauchen ein Ticket", sagte Harald. "Und zwar um gleich zu fliegen."
(…)
"Das ist völlig egal", sagte Harald. "Hauptsache, sie kann gleich einchecken."
(…)
"Jetzt machen Sie schon!"
(…)
"Das will ich hoffen", sagte Harald. (…)
"Gang oder Fenster?"

Seite 325

"Haben Sie etwas vergessen?"